Was ist Krisensicher? Finanzprodukte verstehen!

Grundsätzlich kann man mit Geld nicht viel machen, wenn man es übrig hat. Man kann

  1. Es verleihen
  2. Etwas damit kaufen
  3. Verschenken – aber wen interessiert das…

Mehr geht nicht. Und mehr können auch die Banken nicht machen!

Finanz-Produkte, wo ich Geld verleihe an meine Bank, an ein Unternehmen oder an einen Staat:

  • Giro-Konto
  • Sparbuch
  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Unternehmens- oder Staatsanleihen
  • Zertifikate (unbesicherte Anleihe)
  • bitte ergänzt mich, wenn ich noch was vergessen habe…

Finanz-Produkte, wo ich etwas kaufe:

  • Aktien (Einen Anteil an einer Firma)
  • Fonds (Im Prinzip ist ein Fond eine Firma – auch weil das Fond-vermögen nicht in die Insolvenzmasse fällt, wenn eine Bank pleite geht)
  • Wertpapiere auf Gegenstände (Öl, Gold, etc.)

Was die Banken jetzt machen, sie mixen diese Dinge wild durcheinander. Zum Beispiel der als sehr konservativ geltende Pfandbrief:
Ich leihe mein Geld der Bank für einen bestimmten Kreditnehmer und für das Versprechen, daß wenn die Bank und der Kreditnehmer ausfällt ich auf die von ihm hinterlegte Sicherheit (meistens eine Immobilie) direkt drannkomme.

Den Banken kommt es beim mixen der Produkte einmal auf die Rentabilität und einmal auf das Risiko an. Für mich als Anleger wird es aber irgendwann echt einfach undurchsichtig. Geld verdienen die Banken zum einen an den Gebühren und zum anderen an der Zinsdifferenz zu der sie sich das Geld „leihen“ (Girokonto sehr gut / Einlagengeschäft) und zu der sie es wieder verleihen (Zins-Marge).

Undurchsichtig sind oft Zertifikate. Erst mal muss ich wissen: Ein Zertifikat ist eine Anleihe an ein Unternehmen/Bank ohne Sicherheit – das heißt, wenn das Unternehmen (die Bank) ausfällt ist der Wert des Zertifikats gleich null.  Die Klauseln, die den „Gewinn“ des Zertifikats ausmachen sind im Prinzip die „Zinsen“ des Zertifikats – und die können beliebig formuliert werden (Steigt wenn der DAX Steigt, usw. ).

Einen Fond kann man guten Gewissens als eine „Investitions-Firma“ verstehen. Wenn ich einen Fond kaufe – kaufe ich einen Anteil an dieser Investitions-Firma. Diese hat ihr Vermögen wiederum so investiert, wie es in dem Fond-Bericht erklärt ist. Normalerweise wird ein Renten-Fond sein Geld in Staats-Anleihen, Unternehmens-Anleihen, Tagesgeld und Festgeld und andere als „sicher“ geltende Anlagen (wie zb. den Pfandbrief) investieren.

Zum Thema Krisensicher
Hier stellt sich erst mal die Frage was jemand unter einer Krise versteht? Wenn ich darunter verstehe das meine Aktie jetzt weniger Wert ist als noch vor einem halben Jahr – dann bedeutet das erst mal nur das ich 1. Wenn ich die Aktie jetzt verkaufe den Verlust realisiere und 2. das das Unternehmen von dem mir (Anzahl meiner Aktien)/(Anzahl ausgegebener Aktien) gehören von anderen Marktteilnehmern nicht mehr als so Wertvoll erachtet wird, also Nachfrage = Preis-Prinzip. Hier hilft es manchmal mal einen Blick in die Bilanz und auf die Prognosen zu werfen. Ein aktuelles Beispiel:

Aktie Aareal
Anzahl ausgegebener Aktien 42.755.159
Nennwert  6,25 € stand 09.10.2008 
BörsenWert  267.219.744 €
Buchwert (Nur Eigenkapital) 1,38 Mrd.
Gewinn 2007 ~~350 Mio. EUR ~~

Sprich die Bank könnte sich selbst mit ihrem Jahresgewinn kaufen. Der Markt erwartet aber scheinbar etwas anderes. Das soll jetzt keine Kaufempfehlung sein, das war nur ein Beispiel. Der Börsenkurs setzt sich vor allen Dingen aus den Erwartungen der Martteilnehmer zusammen und dieser Wert entspricht aktuell halt 6 euro ebbes…

Zurück zum Thema Krisensicher: Es gibt zwei Möglichkeiten wie ich jetzt mein Geld verliere:

  1. Ich verkaufe zu weniger als ich gekauft habe (Handels-Verlust)
  2. Derjenige dem ich mein Geld geliehen habe ist pleite
  3. Das Unternehmen in das ich investiert habe kann keine Geschäfte mehr machen und ist pleite.

Da ich Geld verliehen habe – habe ich grundsätzlich noch eine Forderung an denjenigen dem ich das Geld geliehen habe. Ist es eine Bank springen die SIcherungssysteme und neuerdings die Staatliche Garantiezusage ein. Wenn ich eine Unternehmen Geld in Form einer Unternehmensanleihe gegeben habe, steht mir zwar immer noch das Geld zu. Aber es kann passieren das ich nur noch einen Teil des verliehenen Geldes vom Insolvenzverwalter zurückbekomme.

Und das ist der Unterschied zum Aktionär – Der Besitzer der Firma bekommt als allerletzes Geld, wenn noch was übrig ist von dem Unternehmen. Derjenige der dem Unternehmen Geld geliehen hat – steht weiter oben in der Krisensituation. Anleihen sind übrigens genau so handelbar wie Aktien. Sie werden zum Nennwert von 100 EUR ausgegeben und der aktuelle Wert ermittelt sich aus Laufzeit, Zinssatz und Bonität des Anleihe-Herrausgebers.

Sodala – für heute langt es erst mal. Und nicht vergessen – In Krisensituationen immer sein Hitchhiker’s Guide und ein Handtuch dabei haben!

Was ist Krisensicher? Finanzprodukte verstehen!

4 Gedanken zu „Was ist Krisensicher? Finanzprodukte verstehen!

  1. Joe schreibt:

    In erster Linie ruhe Bewahren – und in zweiter Linie vergessen das man das Geld irgendwo hingebracht hat. Frauen sind die besseren Investoren weil sie genau das tun.

    Wer in Jäger-/Sammler Manier sein Geld in die Gegend schmeisst – ist selber Schuld. Man muss sich nur immer wieder selbst Austricksen. Ist schliesslich kein Lotto das man spielt.

    Und für die nächsten Kommentatoren: das No-Follow-Attribut ist gesetzt. Von hier gibt es kein Page-Rank Bonus…

  2. Also ich denke, dass ein Tagesgeldkonto zwar nicht die Geldanlageform mit den höchsten Zinsen ist, dafür aber relativ ungefährlch. Die EInlagen sind zu 100% abgesichert und wenn der Zinssatz gegen Null fällt, dann nimmt man problemlos das angelegte Geld wieder vom Konto.

  3. Html Metatags schreibt:

    Oh mann – da wir man wirklich sehr unsicher, was da in der letzten Zeit in der Finanzwelt so abgeht, auf welche Anlageart man sich als Kleinnleger noch verlassen darf.

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